Der Künstler Axel Krause wird mit dem
Preis für Zivilcourage und Bürgersinn ausgezeichnet 

von Markus Gärtner

 

Lange war der Leipziger Maler Axel Krause den meisten Menschen in unserem Land völlig unbekannt. Doch seit ein paar Monaten kennen viele, die öfter durch die Feuilletons im deutschen Blätterwald streifen oder gezielt Nachrichten über die AfD suchen, den mutigen Mann. Der Grund: die Mainstream-Medien haben Krause als „AfD-Maler“ plakatiert und eine der größten Kontroversen im deutschen Kunstbetrieb in den vergangenen Jahren ausgelöst. Politische Diffamierung ist auch für einen Künstler eine ausgemachte Schmach und kann seine Karriere zerstören, obgleich er auf Basis seiner Werke beurteilt werden sollte und nicht für politische Statements, die er als Staatsbürger wie jeder andere abgeben darf – dürfen sollte.

Der 60-jährige Absolvent der Leipziger Schule macht jedoch seit dem Sommer 2018 die Erfahrung, dass es mit der Meinungsfreiheit in unserem Land nicht so weit her ist, wie die meisten Zeitgenossen noch immer glauben. Da nämlich kündigte dem Künstler Krause nach 14 Jahren seine Galerie wegen unvereinbarer politischer Standpunkte.

Der Hintergrund: Krause hält die illegale Massenmigration seit 2015 für einen Fehler. Und er hatte auf Facebook zu Protokoll gegeben, dass er die AfD „für ein begrüßenswertes Korrektiv im maroden Politikbetrieb“ hält. Eine Einschätzung, die auf Basis jüngster Wahlumfragen sechs bis acht Millionen Deutsche teilen, darunter mindestens zwei Millionen ehemalige CDU-Wähler, die inzwischen zur AfD abgewandert sind. Außerdem gehört Axel Krause mittlerweile auch dem Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung an.

Für einige seiner Kollegen, nicht nur für seinen langjährigen ehemaligen Partner, die Galerie Kleindienst, war das zu viel. Einige von ihnen drohten, ihre Werke zurück zu ziehen, falls Krause – wie bis in den späten Mai noch erwartet, bei der diesjährigen Leipziger Jahresausstellung zwei seiner Bilder präsentieren würde. Prompt erhielt Krause eine E-Mail des Veranstalters, der den Ausschluss von der Ausstellung mitteilte und diese Entscheidung damit begründete, dass die öffentlichen Äußerungen Axel Krauses den ethischen Grundsätzen des ausrichtenden Vereins widersprächen.


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Nicht alle Künstler waren dieser Auffassung, einige hätten gerne mit Krause während der Ausstellung diskutiert. Doch das war nach der Ausladung nicht mehr möglich.

Selbst Mainstream-Zeitungen wie der Tagesspiegel schlugen sich in dieser Situation auf Krauses Seite, kritisierten die „neuen Wächter im Land“ und beklagten ein „Klima moralischer Erpressung.“ Der Tagesspiegel zitierte den Hallenser Psychotherapeuten Hans-Joachim Maaz, der Krause seit 15 Jahren kennt und diesen als „sehr anständigen und integren Menschen“ bezeichnet. Maaz machte gegenüber der Zeitung keinen Hehl aus seiner Einschätzung des Falles Krause: Reden zu unterbinden, wo geredet werden müsse, sei auch ein terroristischer Akt. Und die linke Frankfurter Rundschau zitierte den jungen Künstler Felix Leffrank mit dem Fazit, „Wir hätten Krause in unserer Ausstellung aushalten sollen.“

Welchen psychologischen, moralischen und – vor allem – beruflichen Druck eine Vorgehensweise wie die gegen Axel Krause auslöst, kann man sich nur schwer ausmalen. Der Künstler wollte unter dem Einfluss seiner aktuellen Erfahrungen schließlich auch die geplante Teilnahme am Neuen Hambacher Fest 2019 am 8. Juni absagen und informierte vorab den Initiator und Veranstalter, Max Otte, darüber. Otte riet ihm, darüber noch einmal zu schlafen. Prompt kam eine Zusage und Krause nahm teil.

Max Otte rief den Künstler während des Kongresses für Frieden und Sicherheit im Saalbau von Neustadt an der Weinstraße prompt auf die Bühne und verlieh ihm den mit 5.000 Euro dotierten Preis für Zivilcourage und Bürgersinn. Krause war sprachlos und sichtlich ergriffen, er fand kaum Worte. Viele der Teilnehmer lobten die Geste später im „Telegram“-Kanal, in dem sich mehr als 200 der über 1.000 Gäste zur Veranstaltung im Neustadter Stadtteil Hambach austauschten.