Das Kräfte-Dreieck,
das unsere Gesellschaft bedroht

von Markus Gärtner

 

Christian Wulff und Angela Merkel sind überzeugt davon, dass der Islam zu Deutschland gehört. Innenminister Horst Seehofer, der dies noch im Frühjahr 2018 anders sah, fordert inzwischen „einen Islam für Deutschland, einen Islam der Deutschen … der in unserer Gesellschaft verwurzelt ist, die Werte unseres Grundgesetzes teilt und die Lebensarten dieses Landes achtet.“ Der Grüne Abgeordnete Cem Özdemir macht sich ebenfalls für einen „deutschen Islam“ stark. Hierzu passt die aufgeflammte Diskussion über eine Moschee-Steuer, die den Islam hierzulande von ausländischem Einfluss befreien soll.

Die Debatte hierüber geht mit leichter Hand über einen eminent wichtigen Tatbestand hinweg: der Islam ist eine direkte göttliche Offenbarung, die streng betrachtet nicht einmal mit einem repräsentativen politischen System vereinbar ist. Aber mit so gründlicher Reflexion wollen sich diverse, weil populistische Vorstöße nicht abgeben.

In den linkslastigen Mainstream-Medien wird der Islam noch offener hofiert und gar gepriesen. Im Spiegel lesen wir eine Kolumne von Ferda Ataman, die den Islam in den höchsten Tönen preist: „Ohne ihn wüssten wir Deutschen gar nicht, wer wir sind.“ Ist das alles nur schlecht informierte Karl May-Romantik? Ist es ideologisch motivierte Geschichtsverklärung? Oder steckt hinter solchen Forderungen und Vorstellungen ein für viele unsichtbares Konzept?    

Eine beunruhigende Entdeckung

Wer sich aufmacht, den Avancen linker Politiker und Journalisten in Deutschland gegenüber dem Islam - sogar dem politischen Islam - auf die Spur zu kommen, macht nach gründlicher Suche eine beunruhigende Entdeckung.

Die linke politische Kaste, der Scharia-Islam und die Neoliberalen sind in der Massenmigration Verbündete geworden. Die Beseitigung der deutschen Grenzen hilft allen drei Kräften, ihrem strategischen Ziel näher zu kommen: Linke Politiker bis tief in die CDU hinein wollen eine bunte Republik traditionsloser Menschen mit wenigen gemeinsamen Werten, damit sie den Nationalstaat auflösen und die politische Willensbildung leichter manipulieren können; der Islam will zum Kalifat expandieren und kann dank unkontrollierter Migration ungestört strenggläubige Moslems, radikale Imame und Salafisten, ja sogar islamische Terroristen in unser Land einschleusen; die Neoliberalen wollen eine industrielle Reservearmee importieren, die im großen Stil für den Kampf gegen den Mindestlohn instrumentalisiert werden kann. Die überwiegend schlecht qualifizierten Neubürger üben nicht nur Druck auf die Löhne aus, sie sorgen ganz nebenbei dank ihrer großen Zahl auch noch für mehr Wettbewerb um Wohnraum und damit für steigende Mieten. Sie befeuern ein rauschendes Fest sprießender Renditen an unserem Immobilienmarkt, der fest in der Hand angelsächsischer Hedgefonds ist.

Im Klartext: Deutschland sieht sich einem Dreigestirn aus Neoliberalen, dem politischen Islam und der linken politischen Kaste gegenüber. Die aktuelle Migrationspolitik macht alle drei Bewegungen bzw. Ideologien zu Verbündeten, die gemeinsam unsere Gesellschaft, so wie wir sie kennen, bedrohen.

Das Verständnis für die Dynamik in diesem Dreieck ist der Schlüssel zur Lösung eines der größten Rätsel der deutschen Migrationspolitik: Das andauernde Hofieren des Islams mit all seinen Schattierungen, obwohl seine konservativen Strömungen unsere Gesellschaft und ihre Werte bekämpfen und zerstören wollen. Frauenverachtung, Messermorde, das Schächten von Tieren, archaische Denkweisen und Wertvorstellungen? Die schlimmen Nebenwirkungen dieses Imports werden kleingeredet, ignoriert oder „rechten Populisten“ als Verallgemeinerung und Panikmache angelastet. Der Islam ist trotzdem willkommen. Er forciert schließlich das bunte Experiment, dem uns das Berliner Parteienkartell unterzieht.

Zwischen den drei genannten Bewegungen gibt es starke gemeinsame Interessen, die sie zwar nicht zu einer erklärten Allianz machen, aber zu einem unerklärten Gelegenheitsbündnis auf Zeit. Dass dessen verheerendes Wirken die Spaltung in unserem Land auf neue Höchststände treiben hilft, habe ich in meinem neuen Buch »Das Ende der Herrlichkeit – Warum der viel gescholtene „deutsche Michel“ bereits die Heugabeln wetzt« ausführlich geschildert.

Rätselraten über die "seltsame Allianz"

Dass die politische Linke heute mit dem Islam, auch dem reaktionären, offen sympathisiert und diesen in einen Stand mit den Religionen erheben will, die unser Land geprägt haben, hat im Gegensatz zur landläufigen Auffassung nur zum Teil mit der Angst der politischen Linken zu tun, sie könne selbst als islamfeindlich wahrgenommen werden. Doch selbst diese Angst kann den ganzen Eifer, mit dem versucht wird, den Islam ins Land zu holen, nicht befriedigend erklären.

Eine Antwort hat vor ein paar Jahren Salman Rushdie gesucht, als er sich über diese »seltsame Allianz« wunderte. Das »aufeinander Zulaufen von westeuropäischem Linksmilieu und islamischem Extremismus« hat auch Samuel Schirmbeck in seinem Buch »Der Islamische Kreuzzug und der Ratlose Westen« beschrieben. Doch eine befriedigende Antwort hat keiner von beiden gegeben.


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Eine überraschend klare Antwort gibt jedoch der ehemalige US-Bundesanwalt Andrew McCarthy in seinem Buch »The Grand Jihad: How Islam and the Left Sabotage America« („Der große Dschihad: Wie der Islam und die Linke Amerika sabotieren“). McCarthy beschreibt das seit Jahren stärker werdende Zweckbündnis zwischen dem Islam und der Linken als eine ideologische Romanze, die sich auf verschiedenen, aber starken gemeinsamen Interessen gründet, darunter die jeweils zugrundeliegende totalitäre Ideologie, der Kampf gegen westliche Werte und bürgerliche Freiheiten sowie die Priorität, die der Moral gegenüber dem Gesetz eingeräumt wird, wenn zum Beispiel bei uns Politiker versuchen, die Migration als ein rein humanitäres Projekt darzustellen. McCarthy argumentiert, dass die Sympathien der linken politischen Kaste mit dem Islam auch auf dem deckungsgleichen strategischen Ziel beruhen, das beide Seiten verfolgen: die radikale gesellschaftliche Transformation des Westens.

In den Augen vieler Linker ist der Islam mit seinen rigiden Vorschriften sowie seinem Bekehrungs- und Beherrschungsanspruch gut geeignet, hartnäckige Regeln, Traditionen und Verhaltensweisen, die dem linken Lager ein Dorn im Auge sind, aufzubrechen oder zu beseitigen. Er ist eine Axt, mit der sich eine verhasste Gesellschaft spalten und dann verändern lässt.

Migranten als Kanonenfutter linker Politik

Was die Linken bei diesem kulturellen Schachspiel gerne verschweigen ist jedoch: Durch ihre Politik werden muslimische Migranten als Kanonenfutter für einen ideologischen Kreuzzug in eine bunte Republik missbraucht, und zwar von genau jenen, die stets vorgeben, besonders tolerant zu sein und nur das Beste für die Migranten zu wollen.

Die Allianz zwischen dem Scharia-Islam und den Linken ist eine dynamische Zweifronten-Bewegung gegen westliche Werte und Traditionen geworden. Um dieses Projekt ohne zu große Widersprüche umzusetzen, wird der Islam trotz seiner radikalen Strömungen von linken Politikern pauschal als »Religion des Friedens« dargestellt. Islamischer Terror wird demzufolge als Abnormität erklärt, die mit dem Glauben absolut nichts zu tun habe.

Mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes

Für McCarthy haben beide Seiten, der konservative Islam und die Linke, mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes. Wir befinden uns in einer Zeit, in der beide Seiten einen großen gemeinsamen Feind haben: die Kultur des Westens.

Dass die Mainstream-Medien den Islam durch unkritische und wohlmeinende Berichte hofieren, ist für McCarthy kaum überraschend. »Die meisten Journalisten«, sagt er, »sind mit dem Aufstieg der Linken verbunden und leben in deren Welt.« Folglich werden auch keine unbequemen Fragen gestellt, beispielsweise ob wir Entwicklungen wie in unseren Nachbarländern zu erwarten haben. Auch in Belgien haben linke Politiker und etablierte Medien Kritikern stets vorgehalten, DEN einen Islam gebe es nicht. Das stimmt auch. Aber genau das ist das Problem. Denn die politischen und radikalen Strömungen des Islams fangen bei der ersten Gelegenheit an, einen Wirkungsbereich für die Scharia zu erkämpfen. Vor den Gemeinderatswahlen in Belgien im Oktober 2018 verlangte die Partei »Islam« einen islamischen Staat sowie einen nach Geschlechtern getrennten Nahverkehr.

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