Die politische Kaste rückt vom Euro nicht ab

Ohne Krise wird es daher keine Reformen geben

Markus Gärtner im Interview mit dem Schweizer Unternehmensberater
Matthias Gartenmann

Der Schweizer Unternehmensberater Matthias Gartenmann lässt in diesem Interview mit Markus Gärtner kein gutes Haar an der politischen Kaste in Brüssel und Berlin. "Alle sind im Euro gefangen, das System ist zementiert, es gibt keine politischen Reformen", sagt der Mann, der international aufgestellte Firmen vom Kanton Zürich aus berät und nicht nur Deutschland und die EU von außen beobachten kann, sondern unser Land auch gut kennt.

Die politische Kaste wird seiner Meinung nach nicht vom Euro abrücken, es wird einer ausgemachten wirtschaftlichen Krise bedürfen, um das zu bewerkstelligen. Mit Blick auf 2020 sieht er "ziemlich dunkle Wolken" aufziehen.

Gartenmann warnt in diesem Zusammenhang vor einem "massiven Loch", das zu "relativ starken politischen Verwerfungen führen könnte". Den Spruch der Bundeskanzlerin "Fällt der Euro, fällt Europa", kann der Unternehmensberater mit langen Aufenthalten in Malaysia und Indonesien nicht nachvollziehen. Es sei genau umgekehrt wie von Merkel postuliert, argumentiert er: "Europa fällt, weil der Euro NICHT fällt".

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