Donald Trump – eine Zwischenbilanz

        von Max Otte

Zur Präsidentschaft von Donald Trump hat Prof. Dr. Max Otte für die Ausgabe 04/2018 des politischen Kulturmagazins DIE GAZETTE eine Zwischenbilanz gezogen. Wir veröffentlichen hier einen Auszug aus dem Essay, der auf großes Interesse stößt. Den kompletten Essay finden Sie in der Gazette.

Leiten ihn unreflektierter Größenwahn oder bauernschlaues Kalkül? Ist er ein vom Deep State gesteuerter Büttel der Macht oder Erfüllungsgehilfe einiger ultrakonservativer Milliardäre? Die Welt staunt über diesen Präsidenten, dessen Wahl man als Unfall der amerikanischen Geschichte sehen könnte. Dieser Unfall ist Glück und Unglück zugleich. Denn es könnte noch schlimmer werden.

Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Zeilen niederschreibe, ist Donald Trumps Zukunft als Präsident der Vereinigten Staaten ungewiss. Und die Zukunft des Landes und der Welt ist sehr viel unsicherer, als dies seit vielen Jahrzehnten der Fall war. Ein mediales Trommel- und Dauerfeuer aus allen Rohren ergießt sich über den 45. Präsidenten. Eine „Russland-Affäre“ wird inszeniert, andere Affären, auch persönlicher Natur, werden enthüllt. Der Präsident schießt in einer Art und Weise zurück, die man zuvor für einen Amtsinhaber im Weißen Haus nicht für möglich gehalten hatte. Fake Media, „Lügenpresse“ und „unehrliche Berichterstattung“ sind nur einige der Vorwürfe, die Trump regelmäßig den etablierten Medien gegenüber erhebt.

Die Demokratie ist auch im Westen nennenswert beschädigt

Der zum Teil surrealen Präsidentschaft Donald Trumps nähern Sie sich am besten aus dem Blickwinkel eines alternativen Paradigmas, das Sie so in den Mainstream-Medien nicht sehen, hören oder lesen, das aber von respektablen Persönlichkeiten wie dem Ex-US-Finanzminister Paul Craig Roberts, dem Schweizer Historiker Daniele Ganser und dem früheren deutschen Verteidigungsstaatssekretär Willy Wimmer vertreten wird. Dieser alternative Erklärungsansatz beruht auf zwei Säulen. Erstens: Die Demokratie ist auch im Westen nennenswert beschädigt, Medien und Politiker werden massiv durch Lobbys und nicht gewählte Akteure, die GAZETTE-Gründer Fritz Glunk „Schattenmächte“ nennt, beeinflusst und teilweise sogar gesteuert.


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Wie sehr sich diese oligarchischen Tendenzen durchgesetzt haben, mag offenbleiben. Tatsache ist, dass es sie gibt. Zweitens: Die USA als militärische Supermacht streben eine Strategie der globalen Dominanz, der Weltherrschaft an (full spectrum dominance). Amerikanische Chefdenker, wie der vor einiger Zeit verstorbene Zbigniew Brzeziński, Robert Kagan oder Robert Kaplan geben dies unumwunden zu. Kagan ist der Ehemann der US-Botschafterin Victoria Nuland, die offenlegte, dass die USA an die fünf Milliarden Dollar für den Umsturz in der Ukraine ausgegeben haben, und die in einem abgehörten Telefonat das berühmte „fuck the EU“ von sich gab.

Die Nato ist Teil der amerikanischen Herrschaftsstrategie

Bei ihrer Herrschaftsstrategie schrecken die USA auch nicht vor durch Lügen provozierten Kriegen (Brutkastenlüge im ersten Golfkrieg, irakische Massenvernichtungswaffen im zweiten) und durch Geheimdienste provozierte Umstürze zurück (Ukraine). Die Nato ist Teil der amerikanischen Herrschaftsstrategie. In diesem Bündnis hat Amerika automatisch das Sagen. Im UN-Sicherheitsrat, in dem die USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien als ständige Mitglieder ein Vetorecht haben, gibt es hingegen oft ein Patt.

Wenn Sie sich auf diese beiden Prämissen einlassen, macht das Theaterstück, das wir derzeit vorgeführt bekommen, auf einmal Sinn. Wenn Sie andererseits zu der Auffassung neigen, dass das eine „Verschwörungstheorie“ ist, dann möchte ich Ihnen das Dokument 1035-960 der CIA aus dem Jahr 1967 zur Lektüre empfehlen. In diesem Dokument wies die CIA den diplomatischen Dienst und die Botschaften an, den Begriff „Verschwörungstheorie“ möglichst oft zu benutzen, um politische Gegner zu diskreditieren. Damals kam der Begriff in der Diskussion kaum vor, heute hört man ihn ständig, vor allem dann, wenn jemand kritische Einlassungen, insbesondere zu den Geheimdiensten und zur Geopolitik, macht. Auch die vorauseilende Entschuldigung „Ich will ja keine Verschwörungstheorien verbreiten“ ist inzwischen oft zu hören ...

 

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Den ganzen Essay finden Sie hier

 

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