Gratulation Willy Wimmer!

zur Verleihung des Bautzner Friedenspreises 2019

von Markus Gärtner

Das CDU-Urgestein Willy Wimmer, ein Mann der sich seit Jahrzehnten für den Frieden einsetzt und sich trotz der seit Jahren bei uns um sich greifenden Russlandhetze stets um eine Verständigung mit Russland bemüht, wurde am 30. Januar mit dem Bautzner Friedenspreis 2019 geehrt. Wir in dieser Redaktion finden: völlig zurecht, man konnte und kann sich kaum einen besseren Aspiranten für diese Ehrung vorstellen.

Willy Wimmer hat schon vor zwei Jahrzehnten beschrieben, wie gefährlich die Osterweiterung der NATO sein würde, was er unter anderem auch in einem denkwürdigen Brief an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Ausdruck brachte. Wimmer ist eine der ganz wenigen mahnenden Stimmen in der CDU, vor allem gegen die Verirrungen der Partei unter Angela Merkel, darunter die juristisch heftig umstrittene Grenzöffnung im Herbst 2015 und die anschließende unkontrollierte Migration. Wimmer hat von Anfang an den völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien kritisiert und sich vehement gegen die aggressive Ostexpansion der NATO ausgesprochen, die sich mittlerweile bis vor die Grenzen Russlands erstreckt.

Wimmer hat im Januar, vor drei Wochen, hier in diesem Blog (der regelmäßig Texte des Geehrten veröffentlicht) anlässlich des „Prüffalls“ gegen die AfD gefragt, ob die Bundesregierung noch auf dem Boden unserer verfassungsmäßigen Ordnung stehe:

Die Ankündigungen der Bundesregierung zur Überprüfung der AfD machen deutlich, auf welche Zeiten für das demokratische Gefüge sich die Bürgerinnen und Bürger bei ihrem verfassungsmäßig verbrieften Recht auf freie, gleiche und geheime Wahlen einzustellen haben. Im Hintergrund steht als Menetekel der Ausspruch des damaligen Ministerpräsidenten Seehofer von der „Herrschaft des Unrechts“ und den gleichlautenden Erklärungen des Gutachters der Staatsregierung in München zur Migrationsentwicklung. Eine Aussage mit diesem Hintergrund und Gewicht ist in der Geschichte nach 1949 zu keinem Zeitpunkt getätigt worden. Sie wirft die bis heute offene Frage auf, ob und inwieweit die damalige und heutige Bundesregierung wegen der Konsequenzen für einen rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland noch auf dem Boden der verfassungsmäßigen Ordnung unseres Landes stand und steht.“

Der Friedenspreis wird von einer Gruppe aus der Bautzener Bürgerschaft mit dem Namen „Bautzner Frieden“ verliehen. Die Ziele werden auf der Webseite der Körperschaft beschrieben. Wir haben sie in dem folgenden Screenshot für Sie festgehalten:


Die Ehrung am 30. Januar wurde von eingeSCHENKt.tv in dem folgenden Video festgehalten.

Die Laudatio hielt ein langjähriger Freund von Wimmer, der Buchautor und Politologe Wolfgang Effenberger. Im zweiten Teil des Videos ist die Rede von Willy Wimmer anlässlich seiner Ehrung zu sehen und zu hören. Wimmer und Effenberger schrieben gemeinsam das Buch „Wiederkehr der Hasardeure: Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute“.


Natürlich eckt das entschiedene Eintreten von Willy Wimmer gegen den Krieg, gegen die kriegstreiberische Hetze gegenüber Russland, die Expansion der NATO und die Amerikahörigkeit der deutschen Außenpolitik in Berlin fast überall an. In transatlantisch beeinflussten Mainstream-Medien wurde gegen den Friedenspreis bereits vor der Preisverleihung Stimmung gemacht, wenn überhaupt berichtet wurde, zum Beispiel in der Sächsischen Zeitung, die zu 40% der Deutschen Druck und Verlagsgesellschaft (ddvg) gehört, „dem Unternehmensbereich der SPD“, wie es auf der Startseite der ddvg heißt.

Die Sächsische Zeitung berichtete online schon am 16. Januar, zwei Wochen vor der Preisverleihung, über „Kritik am Bautzener Friedenspreis.“ Dort hieß es schon in der Bildunterschrift zu Beginn des Artikels, Wimmers „aktuelle Ansichten zur Weltlage“ sorgten „öfters für Verwirrung.“ Der Rest des Artikels verbirgt sich hinter einer Bezahlschranke.


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Auch auf der wenig bekannten Internetseite „TAG 24“ wurde gegen die Preisverleihung Front gemacht, sie habe schon im Vorfeld in Bautzen „Unfrieden“ gestiftet, weil mit dem diesjährigen Preisträger „eine äußerst umstrittene Person - manche sagen: ein Verschwörungstheoretiker“ ausgewählt worden sei.  Der langjährige Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer (75, CDU), sei ein Mann, „dessen aktuelle Analysen sich eher nach aggressivem Säbelrasseln statt Gurren von Friedenstauben anhören“ - eine völlige Verdrehung der Tatsachen um 180 Grad, wie wir finden.

Willy Wimmer wurde am 18. Mai 1943 geboren und trat 1959 in die CDU ein. Von 1986 bis 2000 war er Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Niederrhein, seitdem Ehrenvorsitzender. Wimmer war von 1969 bis 1980 Stadtrat von Mönchengladbach. 33 Jahre lang engagierte er sich ununterbrochen als Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Wimmer war in der 2. Hälfte der 80er Jahre verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Er war Stellvertretender Leiter der Delegation des Deutschen Bundestages bei der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und von Juli 1994 bis Juni 2000 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE.