Trump über Europa: Ihr seid Vasallen
und kümmert mich nicht

Editorial von der Webseite der
Strategic Culture Foundation am 04. Januar 2019

übersetzt ins Deutsche von FritztheCat
mit freundlicher Genehmigung von https://www.theblogcat.de/

 

"Europa ist mir egal", äußerte US-Präsident Donald Trump diese Woche bei der ersten Sitzung seines Kabinetts im Weißen Haus im neuen Jahr. Der amerikanische Präsident hat wahrscheinlich mehr über die wahre Natur der US-europäischen Beziehungen verraten, als er beabsichtigt hatte.

Trump sprach im Zusammenhang von militärischer Kooperation der USA mit Europa sowie über Handels- und anderen Fragen. Er wiederholte das langweilige Mantra, dass die USA angeblich von europäischen Verbündeten "ausgenutzt" werden, weil diese nicht mehr für ihre Militärbudgets ausgeben.

Es war der üblich polternde, kaum artikulierte Denkfehler Trumps, der die militärische Verschwendung, die dem amerikanischen Unternehmenskapitalismus innewohnt, nicht als destruktives Laster darstellt, sondern der vielmehr den "Schutz" für Verbündete und den Rest der Welt als vermeintlich tugendhafte Angelegenheit sieht. Kurz gesagt, wahnhafter amerikanischer Exzeptionalismus.

Aber es war Trumps unverblümte Verachtung gegenüber europäischen Verbündeten, die bemerkenswert war. Auf eine Frage über seine vermeldete Unpopularität in Europa stichelte der Präsident, es sei ihm egal, was die Europäer denken. Wenige Sekunden später, in einem Verrat an seinem komplett egoistischen Geisteszustand, drehte Trump sich um und behauptete, dass er beliebt wäre, wenn er bei einer Wahl in Europa kandidieren würde!

Ironischerweise sollten wir Trump für seine freche Offenheit aber vielleicht dankbar sein. Indem er Europa mit solch verächtlicher Missachtung ablehnt, enthüllt er das wahre Gesicht der Beziehungen Washingtons zum alten Kontinent.

Ehemalige amerikanische Präsidenten waren geschickt darin, die transatlantische Verbindung als vermeintliche "strategische Partnerschaft" darzustellen – wie das von den USA geführte NATO-Militärbündnis am deutlichsten zeigt. Trumps ehemaliger Verteidigungsminister James Mattis, der aus Protest gegen die Politik zurücktrat, war von dieser konventionellen transatlantischen Sorte. Mattis sprach wiederholt über die Bedeutung der Aufrechterhaltung starker Bindungen zu den Alliierten.

Die Realität ist, dass die Europäer Vasallen sind

Jahrzehntelange transatlantische Rhetorik hat jedoch oft dazu gedient, die tatsächlichen Beziehungen zwischen Washington und Europa zu verschleiern. Die Realität ist, dass die Europäer keine Partner sind. Sie sind Vasallen.

Reihenweise haben europäische Regierungen und die Europäische Union ihren Ländern immer wieder erlaubt, als Stützpunkte für amerikanische Streitkräfte zu dienen, auch in der Vergangenheit, als Atomwaffen auf Russland gerichtet waren. Diese Raketen könnten auf europäischen Boden zurückkehren, wenn die USA den Vertrag über die nuklearen Mittelstreckenraketen (INF) verlassen, wie sie es unter Trump androhen.

Die untergeordneten europäischen Regierungen haben auch den amerikanischen Militarismus pflichtbewusst unterstützt, indem sie den imperialistischen Kriegen Washingtons eine multilaterale, pseudorechtliche Deckung gaben. Beispielsweise schickten europäische Nationen Truppen, um die US-Kriege in Afghanistan und im Irak zu verstärken und so kriminellen, völkermordenden Unternehmungen eine Legitimität zu verleihen.

Pikanterweise hat Trump in seinen Bemerkungen in dieser Woche im Kabinett europäische Nationen verspottet, weil sie "nur 100 Soldaten" nach Afghanistan und Irak geschickt haben. Er erwähnte auch Syrien und veranschaulicht damit, wie hoch arrogant die US-Kriminalität ist.

Frühere amerikanische Präsidenten waren vorsichtiger

Trump beschimpft also die Europäer dafür, dass sie nicht mehr ihre wirtschaftlichen Ressourcen dafür aufwenden, der amerikanischen pathologischen Abhängigkeit vom Militarismus zu entsprechen; dass sie nicht mehr für die militärische Besetzung der europäischen Länder durch die USA bezahlen; und dass sie nicht mehr Truppen entsenden, um sich den kriminellen Angriffen Amerikas im Ausland anzuschließen.

Frühere amerikanische Präsidenten waren stets etwas vorsichtiger, wenn es darum ging, Washingtons tyrannische Beziehungen zu Europa zu verschleiern. Aber Trump ist in seiner Sicht zu egozentrisch und rüpelhafter Geschäftsmann. Das ganze maßlose Theater aus amerikanischer Ritterlichkeit und Schutz wird zerfetzt, wenn auch unwissentlich.


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Trump hat Europa in dieser Woche gesagt, dass ihm der Kontinent und die angeblichen US-Verbündeten vollkommen egal sind. Angesichts dieser Verachtung müssen die europäischen Nationen die Realität begreifen und auf ihre eigene Unabhängigkeit von Washington pochen und insbesondere eine echte kontinentale Partnerschaft mit Russland verfolgen.

Die Arroganz Washingtons wird vielleicht am deutlichsten durch die Drohung der Trump-Regierung zum Ausdruck gebracht, die europäischen Staaten zu sanktionieren, wenn sie den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 aus Russland fortsetzen. Russland ist ein natürlicher strategischer Partner für Europa, insbesondere in Bezug auf die wirtschaftliche Versorgung mit Gas und Erdöl.

Das Thema Energieangebot und -nachfrage verkörpert noch so viel mehr über das Verhältnis zwischen Europa und Russland und den USA. Letztere sind so etwas wie Betrüger und drängen anderen ihre egoistischen Interessen auf, sei es im Energiehandel oder in militärischen Angelegenheiten. Wir haben das auch in Bezug auf Trump gesehen, der das iranische Atomabkommen zerrissen hat und Europa für die Einhaltung dieses internationalen Vertrags bestraft.

Trump hätte die Realität der amerikanischen Missachtung europäischer Interessen nicht dreister formulieren können. Er schert sich keinen Deut darum.

Ende letzten Jahres hat die Europäische Union beschlossen, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate zu verlängern. Diese Sanktionen basieren weitgehend auf antirussischen ideologischen Behauptungen Washingtons und seiner NATO-Partner über eine Vielzahl von falschen Themen, darunter der Konflikt in der Ukraine und die absurde Fantasie, dass Russland sich in Wahlen einmische. Auch hier zeigt sich der Vasallenstatus Europas dadurch, dass es die europäischen Volkswirtschaften sind und nicht die amerikanische Wirtschaft, die durch die Sanktionen gegen Russland selbstzerstörerischen Schaden erlitten haben.

Europas Regierungen müssen Interessen ihrer Bürger
in den Vordergrund stellen

Europäische Regierungen müssen etwas von Trumps "America First"-Politik übernehmen und die Interessen ihrer Bürger in den Vordergrund stellen. Europa muss den Antagonismus und Militarismus Washingtons gegenüber Russland ablehnen. Viele der etablierten europäischen Regierungen scheinen nicht in der Lage zu sein, den notwendigen politischen Willen zu finden, um von Washington unabhängig zu werden. (Anm.d.Ü.: Mit anderen Worten: Der Einfluss der „Transatlantiker“ ist zu groß.)

Das ist zum Teil der Grund dafür, dass es so einen phänomenalen Anstieg der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Europäischen Union und den etablierten Politikern gibt. Die Macht – die nicht repräsentativ ist und auf die Interessen und Bedürfnisse der Bevölkerung nicht reagiert – schafft weitere Rückschläge für die Institutionen des Establishments.

Europa muss damit aufhören, der Lakai Washingtons zu sein. Nach Trumps völliger Verachtung in dieser Woche hat Europa keine Ausrede oder Rechtfertigung mehr, sich weiter als amerikanischer Vasall zu entwürdigen.

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