Kulturelles Flachland?

Nietzsche, Deine Deutschen

von Wolfgang Effenberger


Das Kapitel „Was den Deutschen abgeht“ in Nietzsches „Götzendämmerung“ war in seiner kurzen, ursprünglichen Fassung als Vorwort zunächst zur„Umwerthung aller Werthe“, dann zum„Müssiggang eines Psychologen“ gedacht. Nietzsche lässt sich hier nicht hindern, grob zu werden, um den Deutschen ein paar harte Wahrheiten zu sagen. In sieben Abschnitten beschreibt er die Auswirkungen des neuen Deutschen Reiches von 1871 auf Kultur und Charakter der Deutschen. Schon in „Sprüche und Pfeile“ ist sein Zorn zu spüren, wenn er schreibt: „‚Deutscher Geist‘: seit achtzehn Jahren eine contradictio in adjecto.“

Da nun der Nationalstaat dominiert, hat sich alles den politischen Zwecken unterzuordnen. Es können sich keine geistigen Eliten mehr bilden, und den deutschen Historikern wirft Nietzsche vor, ihnen sei der „große Blick für den Gang, für die Werte der Kultur gänzlich abhanden gekommen.“ Sie seien „allesamt Hanswürste der Politik (oder der Kirche )“ Dabei kannte er noch nicht einmal Guido Knopp!


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Im Abschnitt 1 bescheinigt Nietzsche den Deutschen des „Neuen Deutschlands“ zwar einige männliche Tugenden im Sinne des römischen Tapferkeitsideals, beklagt jedoch, dass Geist und Kultur zu kurz kommen:„ Es zahlt sich theuer, zur Macht zu kommen: die Macht verdummt“.

„Die Deutschen — man hiess sie einst das Volk der Denker: denken sie heute überhaupt noch? — Die Deutschen langweilen sich jetzt am Geiste, die Deutschen misstrauen jetzt dem Geiste, die Politik verschlingt allen Ernst für wirklich geistige Dinge — Deutschland, Deutschland über Alles,” ich fürchte, das war das Ende der deutschen Philosophie ... „Giebt es deutsche Philosophen? giebt es deutsche Dichter? giebt es gute deutsche Bücher? fragt man mich im Ausland. Ich erröthe, aber mit der Tapferkeit, die mir auch in verzweifelten Fällen zu eigen ist, antworte ich: Ja, Bismarck!”

Mich hat diese Antwort zunächst sehr irritiert! Bismarck als Philosoph, gar als Dichter? Ein Mann, der in 6 Jahren drei Kriege führte und der eine ausgesprochene Abneigung gegen jede Art von Poesie und Feingeisterei hatte? Ein zynischer Machtpolitiker und kühl kalkulierender Karrierist?

Nietzsches Verhältnis zu Bismarck wandelte sich von ursprünglicher Sympathie bis hin zur Abneigung. Es gibt einen Aphorismus Nietzsches aus dem Jahr 1882 zur sogenannten Realpolitik des eisernen Reichskanzlers. Beim Vorlesen des Textes„An die Realisten“ wurde Nietzsche von seiner mütterlichen Freundin Malwida von Meysenbug mit den Worten unterbrochen: „Bismarck hat heute Geburtstag“. Nietzsche schaute auf seinen Kalender und erwiderte:„Dann haben er und seine Realpolitik eines gemeinsam – beide sind Aprilscherze.“

Soweit 1882 Nietzsches Kommentar zum großen Reichsgründer. Sechs Jahre später nimmt Nietzsches Kritik an Schärfe zu. Er wirft Bismarck und der Hohenzollern-Dynastie vor, verantwortlich zu sein für jene„fluchwürdige Aufreizung zur Völker-, zur Rassen-Selbstsucht“.

1888 – zwei Jahre vor Bismarcks Entlassung – hat Nietzsche für den allseits bewunderten„Kanzler der Einheit“ nur noch Verachtung übrig: „Fürst Bismarck, der Idiot par excellence unter allen Staatsmännern, hat nie eine Handbreit über die Dynastie Hohenzollern hinausgedacht.“

Anlass der späten Kritik an Bismarck ist namentlich die sogenannte Geffken-Affäre. „Das Reich selber ist ja eine Lüge. Kein Hohenzollern, kein Bismarck hat je an Deutschland gedacht ... Daher die Wut gegen Prof. Geffcken...“. Der Diplomat und Völkerrechtler Friedrich Heinrich Geffcken (1830—1896) hatte sich politisch gegen Bismarck positioniert. Bismarck wiederum nutzte Geffckens Veröffentlichung von Kriegstagebuchnotizen des jüngst verstorbenen, ihm als Jugendfreund verbundenen und liberal gesinnten Kaisers Friedrich III. in der Deutschen Rundschau (am 20. September 1888) dazu, Geffcken für drei Monate wegen Hochverrats inhaftieren zu lassen. Schließlich wurde die Anklage fallen gelassen.

Nietzsches Antwort auf die Frage nach einem relevanten Deutschen Philosophen oder Dichter „ja, Bismarck!“ 1888 ist daher auf jeden Fall ironisch zu verstehen. „Da N. die zeitgenössischen Dichter geringschätzt, kann er in einer ironischen Übersteigerung im Dienste der Umwertung ausgerechnet den erklärten Feind aller dichterischen Bemühungen, eben Bismarck zum einzig valablen Deutschen Schriftsteller und Denker der Gegenwart ausrufen.“

Für Nietzsche regiert in dem neuen Deutschland von 1871 die Macht und die Mittelmäßigkeit. „In demselben Augenblick, wo Deutschland als Grossmacht heraufkommt, gewinnt Frankreich als Culturmacht eine veränderte Wichtigkeit... In der Geschichte der europäischen Cultur bedeutet die Heraufkunft des ‚Reichs‘ vor allem Eins: eine Verlegung des Schwergewichts. Man weiss es überall bereits: in der Hauptsache — und das bleibt die Cultur — kommen die Deutschen nicht mehr in Betracht. Man fragt: habt ihr auch nur Einen für Europa mitzählenden Geist aufzuweisen? wie euer Goethe, euer Hegel, euer Heinrich Heine, euer Schopenhauer mitzählte?“


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Der Aufstieg Deutschlands zur Großmacht muss nach Nietzsche mit einer kulturellen Banalisierung bezahlt werden. Ein bürokratischer Preußenstaat kann ein Genie wie Goethe nicht mehr hervorbringen. Nur politische Niedergangs-Zeiten sind seiner Meinung nach große Zeiten der Kultur. „Was gross ist im Sinn der Cultur war unpolitisch, selbst antipolitisch. — Goethen gieng das Herz auf bei dem Phänomen Napoleon, — es gieng ihm zu bei den„Freiheits-Kriegen”.

Nietzsche schätzte Goethe als gebildeten Europäer, dem die Kultur auch wichtiger war als die Politik. Beide kannten die französische Literatur und wollten Frankreich nicht als Feind sehen. Zu Eckermann äußerte Goethe, „Wie hätte ich, dem nur Kultur und Barbarei Dinge von Bedeutung sind, eine Nation (die französische) hassen können, die zu den kultiviertesten der Erde gehört und der ich einen so großen Theil meiner eigenen Bildung verdankte.“

Goethe sieht Napoleon als Symbol der Kraft und Stärke in einer dekadenten Welt. Auch für Nietzsche ist Napoleon eine positive Identifikationsfigur aufgrund seines starken Gestaltungswillens. Eingehend äußerte sich Goethe über Napoleon am 11. März 1828: „da war Napoleon ein Kerl! Immer erleuchtet, immer klar und entschieden, und zu jeder Stunde mit der hinreichenden Energie begabt, um das, was er als vorteilhaft und notwendig erkannt hatte, sogleich ins Werk zu setzen. Sein Leben war das Schreiten eines Halbgottes von Schlacht zu Schlacht und von Sieg zu Sieg.“

Von Sieg zu Sieg?

  • 1798 vernichtet Lord Nelson Napoleons Flotte in Abukir – keine Verbindung mehr zum Mutterland
  • 1802 Napoleon verkauft Jefferson Lousiana
  • 1806 Napoleon verhängt wirkungslose Kontinentalsperre gegen England
  • 1812 Niederlage vor Moskau
  • 1815 Niederlage bei Waterloo

Wie konnte Goethe Napoleon nur so eindimensional wahrnehmen, ihn so idealisieren? Dagegen hat Napoleon das deutsche Volk recht nüchtern betrachtet: „Ein Volk ohne Vaterland, eine Verfassung ohne Einheit, Fürsten ohne Charakter und Gesinnung, ein Adel ohne Stolz und Kraft, das alles musste leichte Beute mir versprechen...Ihre Ehre hab ich ihnen weggenommen, und der meinen sind sie darauf treuherzig nachgelaufen. Untereinander haben sie sich erwürgt, und glaubten redlich ihre Pflicht zu tun. Leichtgläubiger ist kein Volk gewesen, und thörigt toller kein Anderes auf Erden. Aberglauben haben sie mit mir getrieben, und als ich sie unter meinem Fuß zertrat, mitverhaßter Guthmütigkeit mich als ihren Abgott noch verehrt… Die thörichte Missgunst, womit sie sich untereinander angefeindet, hab ich zu meinem Gewinnste wohl gehegt; immer haben sie mehr Erbitterung gegeneinander als gegen den wahren Feind gezeigt. Affen sind sie seit langem schon gewesen, und so haben sie auch meine Größe nachgeäfft.“

Eine Parallele zu den Deutschen als„Affen“ findet sich auch in der Götzendämmerung:„Der Enttäuschte spricht. – Ich suchte nach großen Menschen, Ich fand immer nur die Affen ihres Ideals.“ Die Idealisierung Napoleons durch Goethe wie durch Nietzsche hat wohl ihre Wurzeln in der Unzufriedenheit beider mit den herrschenden Verhältnissen in Deutschland.

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Für Nietzsche war das nationale Pathos ein Graus. Er verstand sich seit Mitte der 70er Jahre als Europäer und hielt Europa für den „Sitz der Wissenschaft auf Erden“, den Ort der Aufklärung und der höheren Kultur. Damit war es zugleich der Ort der Demokratisierung, der Revolutionen und zivilisatorischen Experimente. Dieser sollte nach Nietzsche eine zur Weltherrschaft berufene Elite hervorbringen. Sein Ziel war ein Europa der Aufklärung, das an die antike Aufklärung anknüpft — und eben deshalb die großen Verdienste jüdischer Intellektueller um die Verteidigung der Aufklärung zu würdigen weiß Nur die„tieferen und umfänglicheren Menschen“ weisen den Weg zu einer neuen„Synthesis“; N. zählt Napoleon, Goethe, Beethoven, Stendhal, Heine und Schopenhauer zu ihnen.“

Nietzsche ist Antidemokrat, weil er der Meinung ist, das Demokratie zur Herrschaft des Mittelmaßes führt und daher eine Schwächung bedeutet und die Einigung Europas verzögert, dadurch kann Europa von anderen beherrscht werden. Deswegen sah er in Napoleon den kraftvollen Herrscher, der in der Lage gewesen wäre, Europa zu einigen. Und die „dekadenten“ liberalen und nationalen Einflüsse zurück zu drängen.

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Nietzsches antidemokratische Ressentiments entsprachen dem kulturkritischen Zeitgeist, viele sahen damals in der Liberalisierung die Gefahr einer geistlosen Massenkultur. „Ich sprach vom deutschen Geiste: dass er gröber wird, dass er sich verflacht. Ist das genug?— Im Grunde ist es etwas ganz Anderes, das mich erschreckt: wie es immer mehr mit dem deutschen Ernste, der deutschen Tiefe, der deutschen Leidenschaft in geistigen Dingen abwärts geht... Ich bin seit siebzehn Jahren nicht müde geworden, den entgeistigenden Einfluss unsres jetzigen Wissenschafts-Betriebs an‘s Licht zu stellen. Das harte Helotenthum, zu dem der ungeheure Umfang der Wissenschaften heute jeden Einzelnen verurtheilt, ist ein Hauptgrund dafür, dass voller, reicher, tiefer angelegte Naturen keine ihnen gemässe Erziehung und Erzieher mehr vorfinden. Unsre Cultur leidet an Nichts mehr, als an dem Überfluss anmaßlicher Eckensteher und Bruchstück-Humanitäten; unsre Universitäten sind, wider Willen, die eigentlichen Treibhäuser für diese Art Instinkt-Verkümmerung des Geistes.

Deutschland gilt immer mehr als Europas Flachland. — Ich suche noch nach einem Deutschen, mit dem ich auf meine Weise ernst sein könnte, — um wie viel mehr nach einem, mit dem ich heiter sein dürfte! Götzen-Dämmerung“.

Besonders fatal wirkt sich Nietzsche zu Folge die Verflachung der Kultur auf die Erziehung und Bildung aus. „Dass Erziehung, Bildung selbst Zweck ist — und nicht‚das Reich‘ —, dass es zu diesem Zweck der Erzieher bedarf — und nicht der Gymnasiallehrer und Universitäts-Gelehrten — man vergass das ... Erzieher thun noth, die selbst erzogen sind, überlegene, vornehme Geister,... Was die‚höheren Schulen‘ Deutschlands thatsächlich erreichen, das ist eine brutale Abrichtung, um, mit möglichst geringem Zeitverlust, eine Unzahl junger Männer für den Staatsdienst nutzbar, ausnutzbar zu machen.„Höhere Erziehung“ und Unzahl — das widerspricht sich von vornherein. Jede höhere Erziehung gehört nur der Ausnahme: man muss privilegirt sein, um ein Recht auf ein so hohes Privilegium zu haben ... Was bedingt den Niedergang der deutschen Cultur? Dass „höhere Erziehung“ kein Vorrecht mehr ist ... unsre „höheren“ Schulen sind allesamt auf die zweideutigste Mittelmässigkeit eingerichtet, mit Lehrern, mit Lehrplänen, mit Lehrzielen. Und überall herrscht eine unanständige Hast, wie als ob Etwas versäumt wäre, wenn der junge Mann mit 23 Jahren noch nicht ‚fertig‘ ist“.

Hier ist Nietzsche der Meinung, dass die organisierte Bildung für alle nach Lehrplänen und Lehrzielen zum Niedergang der Bildung durch Mediokrisierung führt. Nach N. muss Bildung frei sein und den freien Geist fördern und nicht Staatszwecken dienen.

Der junge Mensch soll sehen, denken, sprechen und schreiben lernen! Dazu braucht er persönliche starke Vorbilder und keine Wissensvermittlungsbeamten. Im Abschnitt 6 und 7 verdeutlicht N., was er mit sehen, denken, sprechen und schreiben lernen meint. Alle Drei – differenziert wahrnehmen, präzise denken und sich – mündlich wie schriftlich – gewandt ausdrücken, führen zu einer vornehmen Kultur.

Nietzsche bezeichnet Deutschland als kulturelles Flachland. In einem anderen Zusammenhang polemisiert er:„Haben Deutsche auch nur ein Buch hervorgebracht, das Tiefe hätte? Selbst der Begriff dafür, was tief an einem Buch ist, geht ihnen ab. Ich habe Gelehrte kennengelernt, die Kant für tief hielten; am preußischen Hofe, fürchte ich, hält man Herrn von Treitschke für tief.“

Für eine wirkliche Kultur ist viel Übung in den genannten Disziplinen erforderlich. Und das schaffen nur wenige Menschen und auch diese nur mit wirklichen Erziehern. Am meisten kommt es dabei auf das Denken an:„das Denken gelernt sein will, wie Tanzen gelernt sein will, als eine Art Tanzen ...“ Die Analogie von Tanzen und Denken kommt auch im Zarathustra vor und bezieht sich auf ein organisches, antiwissenschaftliches Denken. Das Bild des Tanzens vereinigt strenge Disziplin und vollkommene Gestaltungsfreiheit. Die Wissenschaft ist nach Nietzsche ein mechanisches System ohne Leidenschaft und ohne wirklichen geistigen Ernst, nur Zwecken unterworfen. Dem setzt er das Denken als eine Art Tanzen entgegen – frei von wissenschaftlichen Vorgaben, zweckfrei und auf das große Ganze gerichtet.

Nietzsches Abneigung gegen das„Neue Deutschland“ mag auch mit größeren Entwicklungen zu tun haben: Die Entwicklung der Massengesellschaft durch Industrieproduktion und Verstädterung. Die Vorrangstellung von Naturwissenschaft und Technik, die Entfremdung des Menschen von der Natur. In diesem Sinn ist Nietzsches Zivilisationskritik wieder sehr aktuell, ebenso seine Feststellung, dass es nicht genügt, Geist zu haben:„Unter Deutschen ist es heute nicht genug, Geist zu haben: man muss ihn noch sich nehmen, sich Geist herausnehmen...“


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auf meinen Vortragsreisen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie gelegentlich im nicht deutschsprachigen Ausland verspüre ich immer wieder ein großes Bedürfnis nach authentischer InformationViele Bürger ahnen, dass die Informationsstandards verfallen. Aber so richtig bekommen wir den Virus der Desinformation nicht zu fassen.

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Wem kann man noch trauen? Kann ich mich noch darauf verlassen, dass das Finanzprodukt, das mir empfohlen wird, wirklich sicher ist? (Heute wissen wir: auf keinen Fall!) Kann ich darauf zählen, dass in der Schule noch eine anständige Ausbildung meiner Kinder erfolgt? Nicht unbedingt, und daher haben Privatschulen starken Zulauf. Haben wir nicht längst eine Zweiklassenmedizin? Zu welchem Arzt soll ich gehen? Rankings und Hitlisten nehmen überhand – und sind gerade deswegen ein Symptom für die allgemeine Orientierungslosigkeit.

Solche Desinformation zersetzt unsere Gesellschaft. Sie nutzt vor allem den Kadern in Großunternehmen, Banken, Parteien und Interessenverbänden. Bürgerinnen und Bürger werden in einen neuen Kampf ums Dasein geschickt, indem man ihnen die Informationsbasis entzieht. So werden sie leichter steuerbar. 


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