Mariana Harder-Kühnel abgelehnt -
Wenn Trotz und Moral die Politik dominieren

von Markus Gärtner

 

Auch im 3. Anlauf wurde Mariana Harder-Kühnel, die Kandidatin der AfD für die Bundestags-Vizepräsidentin, mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Bundestag stellt sich damit ein Armutszeugnis aus. Die Entscheidung ist eine klare Absage an Fairness und demokratische Prinzipien. Moral wird vorgeschoben, um der größten Opposition im Bundestag eine Funktion zu verwehren, die ihr laut Geschäftsordnung zusteht.

Damit wird die Spaltung in unserem Land vorangetrieben und das politische Klima weiter aufgeheizt. Nicht nur dem Ansehen des Parlaments wird Schaden zugefügt. Hier regiert allein der Trotz, wie es die Neue Zürcher Zeitung treffend formuliert hat. Es wird ausgegrenzt "im Namen der Moral", kommentiert die WELT.

Doch wo Moral herrscht, waltet Beliebigkeit. Die Willkür lauert dann schon um die Ecke. Ganz nebenbei gesagt, wurde hier eine Kandidatin abgelehnt, die völlig unbescholten ist, hoch qualifiziert, aus einem bürgerlichen Beruf stammend, Juristin zumal, Christin und Mutter. Gemessen an den Lebensläufen, die man im Bundestag sonst noch findet, wäre das eine glänzende Ergänzung gewesen.

Die etablierten Parteien haben sich mit ihrer Entscheidung wieder einmal selbst einen Achter ins Rad gedreht. Besseren Wahlkampf können sie für die Partei, die sie verteufeln, nicht machen.

 

 

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