Offener Brief an den Ministerpräsidenten
von Baden-Württemberg,
Herrn Winfried Kretschmann

Von Dr. med. vet. Imke Querengässer

 

 

Hinweis der Redaktion: Den folgenden offenen Brief hat eine treue und geschätzte Zuschauerin unseres Youtube-Kanals an Winfried Kretschmann geschrieben. Frau Dr. Querengässer formuliert darin dutzende drängender Fragen, die sich viele von uns zumindest teilweise auch stellen. Dabei wird deutlich, dass die zweifache Mutter mit ihren Fragen unter anderem EINEN brisanten Punkt besonders hervorhebt: mit zu den größten Opfern der Corona-Maßnahmen der vergangenen Wochen, die zurecht kritisch hinterfragt werden, werden müssen, gehören die Kleinen, unsere Kinder. Der Brief ist wegen seiner Länge weniger für den Video-Kanal geeignet, als vielmehr für diesen Blog, denn wir wollen keine Zeile davon auslassen. Hier zunächst das Anschreiben in dem Mail, mit dem uns Frau Dr. Querengässer den offenen Brief schickte:

Ich bin Tierärztin und Mutter zweier schulpflichtiger Söhne. Gestern habe ich mir die Videobotschaft von Herrn Kretschmann an die Bevölkerung von Baden-Württemberg vom 02.06. angesehen und habe nach einer kurzen Zeit der Sprachlosigkeit über die von ihm in diesem Video übermittelten „informationen“ beschlossen, dass ich dies nicht so stehenlassen möchte. Ich habe Herrn Kretschmann daher heute einen offenen Brief geschrieben. Nun meine Frage: ich würde diesen Brief gerne einer möglichst großen Zahl an Personen zugänglich machen. Wäre es möglich, dass Sie sich den angehängten Brief einmal durchlesen? Sollte er Ihnen gefallen, würde es mich sehr freuen, wenn Sie ihn in einem Ihrer nächsten Videos vorlesen würden.

 

Sehr geehrter Herr Kretschmann,

mit großem Interesse habe ich Ihre Videobotschaft an die Bevölkerung von Baden-Württemberg vom 02.06.2020 zur Kenntnis genommen. SIe hat bei mir zahlreiche Fragen aufgeworfen und da sich in Presse und Fernsehen diese Fragen meines Wissens niemand gestellt und sich damit an Sie gewandt hat, tue ich es jetzt auf diesem Weg: Sie zitieren die von Ihnen in Auftrag gegebene Studie zur Rolle von Kindern im Infektionsgeschehen, die in einem Zwischenergebnis zu dem Schluss kommt, dass Kinder keine besonderen Treiber im aktuellen Infektionsgeschehen in Bezug auf SARS-CoV-2 sind.

Hier meine ersten Fragen: Warum wurde diese Studie erst Ende April in Auftrag gegeben und somit wertvolle Zeit für das Wiedereröffnen von Kindergärten und Schule verspielt? Warum wurden in der Studie nur Kinder bis 10 Jahre getestet und nicht alle Altersgruppen bis 18 Jahre, so dass nach den Pfingstferien wieder alle Schülerinnen und Schüler im Regelbetrieb in den Unterricht können - und nicht - wie z.B. meine Kinder - noch genau zwei Wochen bis zu den Sommerferien mit einem mehr als dürftigen Unterrichtsprogramm unter strengen Hygieneregeln? Sie als verantwortungsbewusster, seriöser Politiker verbreiten mit Sicherheit keine Fake News und Halbwahrheiten - daher können Sie mir sicher wissenschaftlich haltbare Antworten auf meine Fragen geben: In Bezug auf die Ansicht, CoVid-19 entspräche in etwa einer Grippe, zitieren Sie - leider nicht namentlich - "angesehene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler", die dies offensichtlich klar verneinen. Und zwar, weil Corona ein neues Virus sei - und gegen die normale Grippe hätten wir einen Impfstoff oder seien bereits immun.

Permanente Veränderung der Viren

Hier stelle ich mir die Frage: ist es nicht so, dass sich sowohl Influenzaviren als auch Coronaviren permanent verändern und wir jedes Jahr neue Varianten dieser Viren haben? Wenn Sie hier andere Informationen haben, freue ich mich, wenn Sie diese den Bürgerinnen und Bürgern Baden-Württembergs zugänglich machen könnten. Des weiteren frage ich mich, ob Sie meinen, man könne Corona und Influenza nicht vergleichen, weil sich die Todes- und Infiziertenzahlen so deutlich unterscheiden? Ich zitiere hier " Jedes Jahr sterben weltweit vermutlich zwischen 290.000 und 645.000 Menschen an Atemwegserkrankungen infolge einer Influenza-Infektion, so die neueste Schätzung eines internationalen Forschernetzwerks unter Federführung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC. " Zitat Ende. Und dies, obwohl wir gegen Influenza impfen können. Die in Zusammenhang mit CoVId-19 festgestellten Todesfälle weltweit liegen heute - 09.06.2020 - bei 400 857. Das sieht für mich nicht nach mehr Todesfällen als bei Influenza aus. Der Lungeninformationsdienst spricht von jährlich weltweit ungefähr 500 Millionen Influenzaerkrankten - bei CoVid-19 sind wir am 09.06.20 bei 6 931 000 positiv getesteten Fällen.

Sind diese Zahlen aus Ihrer Sicht tatsächlich erschreckender als die in Zusammenhang mit Influenza erfassten? Hier ist zu berücksichtigen, dass in die Statistik der Influenzakranken nur Personen eingehen, die tatsächlich krank sind, also Symptome einer Influenzaerkrankung zeigen. Coronapositiv getestete Personen zeigen dagegen keineswegs immer Krankheitssymptome: hierzu sagt Herr Prof. Streeck in der FAZ (08.06.2020), derzeit zeigten Studien, dass bis zu 81 % der Infektionen asymptomatisch verliefen, d.h. die Infizierten haben keine oder kaum Symptome. Sie postulieren, dass gegen Corona ganz wenige Menschen immun sind.

Können Sie mir bitte die Studien mitteilen, anhand derer Sie zu diesem Schluss kommen? Ihrer Aussage nach ist Corona viel aggressiver als Influenza - es greife nicht nur die Lunge, sondern auch Herz und Nieren, ebenso Gehirn und Gefäße an. Gibt es hier neue Obduktionsberichte, die dies bestätigen? Mir sind die Untersuchungen von Herrn Prof. Klaus Püschel bekannt, laut dessen Untersuchungen alle mit CoVid-19 Verstorbenen Vorerkrankungen hatten und viele Thrombosen und Lungenembolien aufwiesen. Dies kann aber ebenfalls bei Influenza auftreten, ich zitiere; " Innerhalb von zwei Wochen nach einer akuten systemischen Atemwegsinfektion wie Pneumonie, akuter Bronchitis oder bei Influenza ist das Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose und für eine Lungenembolie um mehr als das zweifache erhöht. Das berichtet Dr. Liam Smeeth von der London School of Hygiene and Tropical Medicine in Großbritannien mit Kollegen".

Dass grippale Infekte, besonders aber Influenza, den Herzmuskel schwer schädigen können und auch tödliche Hirnhautentzündungen hervorrufen können, ist Ihnen sicher bekannt. Sie postulieren, dass Corona womöglich schwere Langzeitschäden verursacht. Mir stellt sich nun die Frage: gibt es wissenschaftlich fundierte Hinweise, dass eine Erkrankung, die in nahezu allen Fällen - Menschen mit schweren Vorerkrankungen ausgenommen - mild verläuft (ich zitiere das RKI: 49 % der Erkrankten bekommen Husten, 41 % Fieber, 21 % Schnupfen, 15 % Geruchs- oder Geschmacksverlust - und nur 3% entwickeln eine Pneumonie), schwere Langzeitschäden verursachen kann? Sie erwähnen die Taucher aus Innsbruck - wären die 6 Männer nach einer Influenzainfektion zum Lungenfunktionstest gegangen, wäre dieser möglicherweise ebenso schlecht ausgefallen wie nach der Infektion mit SARS- CoV-2. Oder können Sie dies zu 100 % ausschließen?


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Im unteren Bereich von Influenza?

Anhand welcher wissenschaftlicher Belege kommen Sie zu dem Schluss, dass Corona "sehr heimtückisch und viel gefährlicher als eine normale Grippe" sei? Ich erwähne nochmals den Bericht des RKI bzgl. der Symptome - und außerdem zitiere ich die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI: in Deutschland verursachen Grippewellen pro Jahr etwa ein bis sieben Millionen zusätzliche Arztkonsultationen und circa 5.000 bis 20.000 Krankenhausaufenthalte. Bei CoVid-19 werden laut RKI ca. 18 % der positiv Getesteten in einem Krankenhaus aufgenommen, das sind laut RKI 27 960 Krankenhausaufenthalte in Zusammenhang mit CoVId-19 (Stand 08.06.2020). Bei dieser Zahl muss aber berücksichtigt werden, dass laut RKI nur 3% der positiv getesteten Personen eine Pneumonie entwickeln - weitere Symptome, die bei CoVid -19 zu einer Aufnahme ins Krankenhaus führen könnten, werden nicht erwähnt.

Hier stellt sich die Frage, ob die restlichen 15 % nicht wegen ihrer Grunderkrankung - bei gleichzeitig positivem Testergebnis - in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Sollte das so sein, reduziert sich die Zahl der wegen CoVid-19 in ein Krankenhaus eingelieferten Personen auf ca. 5526 und läge damit im unteren Bereich der Zahlen, die bei Influenza verzeichnet werden. Hier noch eine weitere Frage: um auf SARS-CoV-2 getestet zu werden, muss man entweder Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen oder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer positiv getesteten Person haben. Außerdem werden z.B. Pflegepersonen etc. vermehrt getestet. Nun lag der Anteil der positiv getesteten an allen Verdachtsfällen nie über 9 % - diesen Wert hatte er in KW 14 und fällt seither stetig ab.

Geht man davon aus, dass die meisten dieser Tests an Personen durchgeführt werden, die Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen, aber nur maximal 9 % dieser Personen SARSCoV-2 positiv getestet wurden, drängt sich die Frage auf, an welchen Erkrankungen der Rest der getesteten litt und ob diese Erkrankungen bei Personen mit Vorerkrankungen, Risikogruppen etc. nicht ebenfalls zu schweren Verläufen, vielleicht sogar Todesfällen führen können - diese Erkrankungen momentan aber schlichtweg nicht interessieren? Warum müssen die auf SARSCoV-2 positiv getesteten in Quarantäne, während die anderen Atemwegserkrankten, überspitzt gesagt, auf freien Fuß und ihre Erkrankung ungehindert weiterverbreiten dürfen? Sie sagen, dass uns "Maskentragen, Abstandhalten und Kontakte begrenzen in Fleisch und Blut übergehen muss".

Hier frage ich mich: Jedes Jahr erkranken zwischen 5-20 % der Bevölkerung an Grippe - einer Erkrankung, die ebenso wie CoVid-19 - bei vorerkrankten Menschen, aber auch bei Kindern zu schweren Verläufen und Todesfällen führen kann. Wie begründen Sie die oben genannten Maßnahmen, deren negative Folgen für unser Immunsystem, die Psyche und das Sozialleben unbestreitbar und nicht absehbar sind, bei einer - wie ich anhand vorher genannter Zahlen erläutert habe - nicht nur aus meiner Sicht durchaus mit einer Grippe vergleichbaren Erkrankung, auf die aber nur 0,2 % der Bevölkerung positiv getestet wurden? Wobei positiv getestet keineswegs gleichzusetzen ist mit erkrankt! Fakt ist - ansteckende Infektionskrankheiten gehören zu unserem Leben wie Geburt und Tod - das war vor Corona so und wird voraussichtlich auch weiterhin so bleiben. Und unter diesen Infektionskrankheiten sind - auch ohne Corona -zahlreiche, die zu schweren, sogar tödlichen Verläufen führen können.

Das Beispiel Schweden

Menschen, die dies nicht akzeptieren können, ist natürlich freigestellt, ihr Leben in größtmöglicher Isolation zu verbringen, soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken und zu versuchen, ihr Infektionsrisiko mit allen verfügbaren Hygienemaßnahmen gering zu halten. Sicher ist jedoch - auch diese Menschen werden sterben - und sie werden aus meiner Sicht bis zu ihrem Tod ein sehr armes Leben geführt haben. Sie erwähnen Schweden und führen die dort viermal so hohen Todeszahlen an, die es bei uns durch den Lockdown nicht gegeben hätte.

Die Zahl, auf die der Lockdown - wenn überhaupt - einen Einfluss haben kann, sind aber nicht die Todes-, sondern die Infiziertenzahlen - und die liegen in Schweden bei 0,4 % der Bevölkerung, das ist gerade mal doppelt so hoch wie bei uns und in Bezug auf die Gesamtbevölkerung sehr wenig (ich erwähnte bereits die Grippezahlen von jährlich 5-20 % ). Die Gründe für die hohe Todesrate in Schweden sind meines Erachtens nicht beim Virus, sondern bei den Begleitumständen (mögliche Therapiefehler o.ä.) zu suchen - hier wird mit Sicherheit Aufklärungsarbeit zu leisten sein. Sie erwähnen das Recht auf Leben als Höchstwert in der Verfassung, Zitat "was bringt mir meine Freiheit, wenn ich tot bin". Aber gibt dies der Politik das Recht, Menschen die Freiheit zu nehmen, über ihre Gesundheit und ihr Leben selbst zu entscheiden?

Ich zitiere hier Herrn Prof. Hans-Jürgen Papier, ehem. Präsident des Bundesverfassungsgerichts: "Freiheit ist der eigentliche Sinn des Staates: nicht als egoistische Bedürfnisbefriedigung und grenzenlose Selbstverwirklichung, sondern als untrennbarer Bestandteil ein und derselben Medaille, deren andere Seite die Verantwortlichkeit jedes Einzelnen für Verfassung und Staat ist, für das Gemeinwohl, aber auch für die Mitmenschen und schließlich für sich selbst." Können Sie sicher sein, dass es unter denen, deren Leben wir momentan mit allen Maßnahmen angeblich schützen, nicht Menschen gibt, die das Risiko, an CoVid-19 zu sterben, eingehen würden, wenn sie nur mit ihren Angehörigen zusammen sein und von ihnen in den Arm genommen werden dürften? Mit wie vielen Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen haben Sie persönlich darüber gesprochen? Hier eine weitere Frage: wie viele der im Krankenhaus beatmeten CoVid-19-Erkrankten hatten oder haben eine Patientenverfügung?

Todesfälle wegen des Lockdowns?

Wie viele dieser Personen wurden und werden auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin beatmet? Und wissen Sie, wie viele Menschen wegen des Lockdowns bereits ihr Leben verloren haben, weil sie sich für notwendige Untersuchungen und Behandlungen aus Angst vor SARS-CoV-2 nicht in ärztliche Behandlung, geschweige denn ins Krankenhaus begeben haben? Wie viele noch frühzeitig versterben werden, weil ihre Krebsoperationen verschoben wurden, um Betten für Covid-19-Patienten freizuhalten? Diese Zahlen werden früher oder später bekannt werden.

Auch wenn Sie, wie so viele andere Politiker, immer wieder betonen, wir würden so gut durch die Krise kommen, weil die Bundesregierung den Lockdown eingeführt und sich die Bevölkerung so gut an die Maßnahmen gehalten habe - es gibt für diese Annahme aus meiner Sicht keine Belege, im Gegenteil, bei nüchterner Betrachtung der Zahlen des RKI muss man erkennen, dass der Lockdown auf die Verbreitung des Virus keinen Einfluss hatte: die Anzahl der an CoViD-19 neu erkrankten Personen nimmt seit KW 12 kontinuierlich ab. Der Lockdown erfolgte in KW 13, am 23.03. Da der Lockdown laut RKI frühestens 2-3 Wochen nach Einführung der Maßnahmen wirken kann, ist ein Einfluss des Lockdown auf diesen Rückgang ausgeschlossen. Der R-Wert lag zu diesem Zeitpunkt bereits unter 1 und hat sich während des gesamten Lockdown nicht nennenswert verändert. Sollte der Lockdown einen Effekt gehabt haben, hätte man etwa um den 06.04. herum einen steileren Abfall der Kurve der Neuinfektionen sehen müssen - dies ist nicht der Fall, die Kurve fiel die ganze Zeit gleichmäßig ab. Auch sinken seit dem 07.04. die Todeszahlen: hier hätte man erkennen müssen, dass die Intensivbetten in jedem Fall ausreichen (da wir ein Maximum der positiv getesteten Personen schon deutlich vorher hatten und die verzögert aufgetretenen Todesfälle rein rechnerisch dann auch nicht mehr würden als die am 07.04. festgestellten).

Die Dunkelziffer

Hier hätten Bundes- und Landesregierungen aus meiner Sicht spätestens reagieren und den Lockdown aufheben müssen. Dann kommen Sie zu den Demonstrationen: "Demonstranten müssen sich an das Abstandsgebot halten, sonst gefährden sie sich und andere". Natürlich müssen Regeln eingehalten werden. Jedoch geht das Risiko, auf einer Demonstration einen positiv getesteten Menschen zu treffen, rein statistisch gegen Null: bei der aktuellen Positivgetestetenzahl von Baden-Württemberg von 626 Personen (09.06.2020) sind noch 0,0057 % der Bevölkerung positiv getestet. Selbst wenn man von einer 5 x so hohen Dunkelziffer ausgeht, sind von 10 000 Menschen weniger als 3 coronapositiv. Bisher gibt es auch keinerlei Anhaltspunkte, dass Demonstrationen zu einem Anstieg der Positivenrate geführt hat - oder haben Sie hier andere Informationen? Außerdem scheinen hier für Bevölkerung und Politiker unterschiedliche Regeln zu gelten: ich zitiere Herrn Martin Sichert aus einer Rede im Bundestag, auf youtube veröffentlicht am 24.05.2020: "Von den 300 Abgeordneten die sich auf engem Raum drängten, trugen etwa 10 einen Mundschutz. Während sie die Existenz von zehntausenden Gastwirten ruinieren, konnte man in der Bundestagskantine ohne Mundschutz vor Ort essen. In der Bundestags Cafeteria tragen weder die Abgeordneten, noch die Mitarbeiter Mundschutz, jeder kann sich dort zu jedem gesellen und weniger als einen Meter voneinander entfernt am gleichen TIsch essen." Zitat Ende.

Sie sagen, Sie sähen auf den Demonstrationen sehr unterschiedliche Teilnehmergruppen - an welchen Demonstrationen haben Sie teilgenommen? Sie sagen außerdem, dass auf den Demonstrationen, ich zitiere "Verschwörungsmythen in Umlauf gebracht werden". Darf ich Sie um konkrete Beispiele bitten? Sie erwähnen, dass behauptet würde, Bill Gates stünde hinter der "Corona-Problematik" und warnen davor, sich in dieses Gedankengebäude zu begeben. Ich kann Ihnen versichern, dass die große Mehrheit der Demonstrationsteilnehmer sehr wohl in der Lage ist, selber Schlüsse zu ziehen und nicht davon ausgeht, das Bill Gates hinter "Corona" steckt. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, warum Bill Gates - weder deutscher Staatsbürger, noch Mediziner noch Naturwissenschaftler - am 12.04.2020 in den Tagesthemen zur besten Sendezeit die Möglichkeit bekommt, in einem fast 10-minütigen Interview die deutsche Bevölkerung über den Umgang mit CoVid19 aufzuklären.

Zuwendungen der Gates-Stiftung

Zu Bill Gates noch Folgendes: Auf der Seite Batesfoundation.org ist - für jeden zugänglich - mit der einfachen Eingabe z.B. des RKI zu sehen, welche Zuwendungen von der Bill & Melinda-Gates-Stiftung zu Gunsten des jeweiligen Empfängers geflossen sind. So bekam u.a. das RKI im Jahr 2019 253 000 US-Dollar, die Charité Berlin 2019 / 2020 335 731 US-Dollar, "Die Zeit" 2019 297 124 US-Dollar, Spiegel online 2018 die Summe von 2 537 294 USDollar, die John-Hopkins-Universität 2019: 85 230 US-Dollar - etc. Außerdem sagt Bill Gates in einem Interview mit dem amerikanischen Sender CNBC in Bezug auf die Impfung gegen SARS-CoV-2, das ich gesehen habe, ich zitiere: " „Wir haben … wissen Sie … eine von zehntausend … ah … Nebenwirkungen. Das sind … wissen Sie … viel mehr. Siebenhunderttausend … ah … wissen Sie … Menschen, die darunter leiden werden. Also, wirklich die Sicherheit in gigantischem Ausmaß über alle Altersgruppen hinweg zu verstehen – wissen Sie – schwanger, männlich, weiblich, unterernährt und bestehende Komorbiditäten. Es ist sehr, sehr schwer, und die tatsächliche Entscheidung, „OK, lasst uns loslegen und diesen Impfstoff der ganzen Welt geben“ … ah … die Regierungen werden einbezogen werden müssen, weil es ein gewisses Risiko und eine Entschädigung geben wird, bevor darüber … ah … entschieden werden kann." Zitat Ende. Außerdem erwähnt er hier, dass der

Impfstoff in ca. 18 Monaten bereit gestellt werden kann. Ich zitiere hier das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung: " Einen wirksamen und sicheren Impfstoff gegen ein neues Virus herzustellen, dauert normalerweise viele Jahre, manchmal gar Jahrzehnte" - dies ist unter anderem deswegen so, weil die Langzeitschäden eines Impfstoffes erst nach mehreren Jahren sichtbar werden können. Ich bin keine Impfgegnerin und bin von Herzen dankbar, dass wir Impfstoffe gegen schwere, häufig tödliche Erkrankungen wie Tetanus, Diphterie, Masern, Röteln, Gelbfieber , Hepatitis etc. haben und so Leben retten können. Es wird meiner Ansicht nach jedoch wenige Wissenschaftler geben, die die Entwicklung eines Impfstoffes gegen ein sich permanent wandelndes Virus wie Corona und einer vergleichsweise - in Bezug auf mögliche Nebenwirkungen - milden Erkrankung gutheißen würden. So raten z.B. Herr Prof. Bhakdi und Herr Dr. Wodarg mit sehr guten Argumenten von einer solchen Impfung ab. Selbst bei einem schon lange zur Verfügung stehenden Impfstoff wie dem gegen Influenza hinkt die Entwicklung jedes Jahr der Mutation der Influenzaviren hinterher und die Wirksamkeit ist gering - wie sonst erklären sich die anfangs erwähnten jährlichen hohen Infektions- und Todeszahlen durch Influenza? Wenn der Impfstoff gegen Corona laut Ihrer Aussage der entscheidende Schritt zu unserem normalen Leben ist, bitte ich Sie dringend, Experten mit hierzu alternativen Meinungen in Ihre weiteren politischen Entscheidungen einzubeziehen. 

Im Zuge dieser Aussage erwähnen Sie, dass Bill Gates " bei Ihnen noch nicht angerufen habe". Da frage ich Sie: warum sollte er das tun? Schließlich tun Sie aus meiner Sicht im Rahmen Ihrer Möglichkeiten alles, um die Bevölkerung von der Notwendigkeit einer Impfung zu überzeugen (siehe Zitat oben - "ohne Impfstoff keine Normalität") Laut Ihrer Aussage wird es in Deutschland keine Impfpflicht geben: ich habe die entsprechenden Passagen im Regierungsentwurf des zweiten Gesetzes zum Schutze der Bevölkerung gelesen und bestätige Ihre Aussage. Jedoch ist es so, dass sich anhand des Gesetzestextes erschließt, dass z.B. bei einem erneuten Lockdown Personen, die einen Impfschutz nachweisen können, von den Restriktionsmaßnahmen ausgenommen sind. Aus meiner Sicht ergeben sich daraus für Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten, möglicherweise gravierende Nachteile - oder sehen Sie das anders?

Ist Corona eine "Naturkatastrophe?

Laut Ihrer Aussage ist "Corona eine Naturkatastrophe". Ist das tatsächlich so? Ich zitiere Wikipedia: Eine Naturkatastrophe ist eine natürlich entstandene Veränderung der Erdoberfläche oder der Atmosphäre, die auf Lebewesen und insbesondere den Menschen und seine Lebensweise verheerende Auswirkungen hat. Hierzu gehören Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis etc..

Ich gebe zu, dass sich der Satz "Corona ist eine Naturkatastrophe" deutlich bedrohlicher anhört als "Corona ist eine Infektionskrankheit". Sie hatten sicher gute Gründe, gerade dieses Wort zu verwenden. Es würde mich freuen, wenn Sie diese Gründe öffentlich darlegen könnten.

Mir geht es keineswegs darum, CoVi-19 zu verharmlosen. Mir ist bewusst, dass die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen kann. Dies ist jedoch bei weitem nicht die Regel und rechtfertigt aus meiner Sicht keineswegs, die Bürgerinnen und Bürger und Kinder dieses Landes zu verpflichten, auf unbestimmte Zeit im "social distancing" und unter strengen Hygieneregeln zu leben.

Momentan ist es in Deutschland sehr einfach, "soziale Verantwortung" zu zeigen: man bleibt überspitzt gesagt am besten zuhause, vermeidet Kontakt mit Mitmenschen, zieht eine Gesichtsmaske auf und wenn man es besonders gut meint, meldet man vermeintliche Regelverstöße gegen Coronaverordnungen der Polizei. Kritisch zu bleiben, Regierungsmaßnahmen regelmäßig auf ihre Sinnhaftigkeit zu hinterfragen und auch noch öffentlich für seine kritische Haltung einzustehen, erfordert dagegen momentan sehr viel Mut und Kraft.

Ich wünsche mir von einer großen Anzahl von Politikerinnen und Politikern unter anderem, weniger Energie darauf zu verwenden, ihnen völlig unbekannte Personen in Schubladen zu stecken, ihnen die Fähigkeit zu vernünftigem Denken und Handeln abzusprechen oder anderweitig zu diffamieren. Stattdessen sollten sie mehr Energie dafür verwenden, den Mut aufzubringen, endlich alles dafür zu tun, uns schnellstmöglich unser altes Leben zurückzugeben.

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Imke Querengässer