So ein Dummschwätzer

Von Max Otte

 

Hinweis der Redaktion: Die folgende Kolumne stammt aus dem Kapitalmarkt-Magazin "Privatinvestor" für das Prof. Dr. Max Otte ebenso Herausgeber ist wie für unser Politikmagazin "PI Politik Spezial".

 

Sehr geehrte Privatanleger,

ich beschäftige mich heute mal kurz mit einem Börsenschreiberling, der es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, negativ über mich zu schreiben, dabei selber aber von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Ich mache das nicht, weil ich mich besonders darüber aufrege – es erschienen schon viele tendenziöse Artikel über mich, nachdem ich angefangen habe, mich politisch zu äußern – sondern um Ihnen die inhaltliche Leere solcher Artikel auseinanderzupflücken.

Beispiel 1: Dieser Börsenschreiberling namens Daniel Saurenz mokierte sich am 26.12.2019 über eine Aussage, die ich am 23. Januar 2019 beim Börsenradio gemacht habe: https://www.wallstreet-online.de/nachricht/12017819-max-otte-8-000-dax-drin

Er schrieb dazu: „Wir sind bestimmt nicht immer bullish – aktuell sogar nur sehr verhalten für den Markt. Aber niemals sind wir zyklisch. Beispiel? 23.1.19 – die Crash-Auguren haben Hochkonjunktur und im Börsenradio verkündet Max Otte, dass “der DAX auf 8.000 – 7.500 fallen wird”. Was kam? 13.400 im DAX innerhalb der nächsten 12 Monate. Von 10.300 auf 13.400 statt auf 7.500. Ein komplett anderer Ansatz bei uns – wir nutzen die Psychologie der Märkte. Niemand! kann wissen, wie sich Märkte entwickeln. Das ist Käse. Man muss aber mit Stimmungen arbeiten. Das ist wichtig.“

Aha. „Stimmungen.“ Das Problem mit den Stimmungen ist, dass sie sich stündlich oder sekündlich verändern können. Als Value Investor halte ich mich lieber an die Fakten.

Und was kam? Ein Jahr nach meiner Aussage fiel der DAX von 13.700 auf 8.900.

Beispiel 2: Am 12. April 2020 schreibt Saurenz: „Crash-Prognosen sind unsinnig, extrem peinlich wird es aber, wenn man wie Friedrich & Weik oder Max Otte dann im Crash Geld verliert. Dann macht man sich gänzlich lächerlich. Dies haben wir jüngst dargelegt, die FAZ kommt zum gleichen Ergebnis. Umso besser sieht da Dirk Müller aus und dies sollte man mal klar betonen. In den Medien ist es ruhiger um ihn geworden, dabei gehört Dirk Müller nicht in die Schiene Tichy, Otte oder Krall. Müller erklärt, fährt einen speziellen Ansatz und muss nicht ständig mit AfD-Nähe punkten. Er konzentriert sich auf Fondsmanagement und wir können seit Jahren seinen Ansatz durchaus nachvollziehen.“ https://www.wallstreet-online.de/nachricht/12395701-mueller-otte-friedrich-crash-propheten-check/all

Offensichtlich hat Saurenz sich nicht einmal die Mühe gemacht, auch nur das Minimum unserer Methode zu verstehen. Unsere Fonds sind langfristige, aktienlastige Mischfonds, die ohne Derivate auskommen. („Reinheitsgebot“). Natürlich schwanken wir mit dem Markt. Immer wieder habe ich auch gesagt, dass wir Asset Manager sind und unser Geschäft weitgehend prognoseunabhängig betreiben. Das bar jeden Wissens als lächerlich zu beschreiben, ist ziemlich dreist.

Da ist sogar die FAZ im genannten Artikel deutlich fairer. Man wollte uns sichtlich einen reinwürgen, fand aber letztlich keinen Anknüpfungspunkt. Ich kam zumindest zu Wort. https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/buecher-ueber-finanzkrisen-die-masche-der-crash-propheten-16488989.html Und bei €uro haben wir kürzlich den 2. Platz bei Mischfonds, überwiegend Aktien, über 3 Jahre gemacht.

Den Vogel aber schießt Saurenz mit „hat es nicht nötig, mit AfD-Nähe zu punkten“ ab. Normalerweise halte ich die Politik, ich die ich mich als Bürger, Privatmann und CDU-Mitglied einmische, hier raus. Ja, ich habe keine Kontaktängste zur Alternativen. Aber im Mainstream „punkten“ kann ich damit mit Sicherheit nicht. Ich bin aus den Mainstreammedien weitegehend entfernt worden und über Nacht von „einem der angesehensten Ökonomen Deutschlands“ (Die Zeit) zum „Crashpropheten“ gemacht worden und wir haben ökonomischen Druck und Repressalien aushalten müssen. Es ist sehr teuer in Deutschland geworden, eine eigene Meinung zu haben. Zum Glück habe ich die Mittel, das Standing und die innere Kraft, mich in meinem Rahmen gegen den Strom zu stemmen.

Seit der letzte Saurenz-Schund am 12. April erschien, sind unsere Fonds bereits wieder massiv gestiegen. In der Spitze lag der Max Otte Vermögensbildungsfonds bei 148 €, jetzt schon wieder bei 128 €. Für die nächsten Wochen sind wir, was die Aktienmärkte angeht, durchaus positiv optimistisch. Natürlich kann es auch anders kommen. Aber Festgeld und Kontoguthaben sind angesichts der Überschuldung der Industrienationen keine Alternative.

Auf gute Investments!

Ihr Max Otte

 

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