Verdienstkreuz für Mario Draghi,
Verluste für die Sparer

Von Markus Gärtner

 

Selten zeigen zeitnahe Meldungen im direkten Vergleich so deutlich, was bei uns schief läuft: Die Zeitungen loben heute (30.1.2020), wie sich die Spitzen der GroKo stundenlang bis in die tiefe Nacht verausgabt haben, um Landwirte, Arbeitnehmer und die Autoindustrie mit frischem Geld zu überhäufen. Andere Themen seien vertagt worden, wird uns gemeldet.

Und das soll heißen: die regierenden Politiker der sozialistisch gesinnten Einheitsfront in Berlin haben alles links liegen lassen, nur um uns glücklich zu machen. Doch in Wahrheit heißt das Aussparen anderer Probleme als die, die jetzt mit kostenlosem Geld zugeschüttet werden: Die Bundespolitik ist zu einem Reparaturbetrieb ihrer selbst geworden. Probleme, die nicht gelöst werden können, werden vertagt, indem man viel Geld darauf wirft, Geld das dank der EZB nichts mehr kostet und die Politiker erfreut.

Was das für die Menschen draußen im Land bedeutet, kann man sich zwar ausmalen. Aber man muss es sich in den Regionalzeitungen mühsam an vielen Beispielen erschließen, aus Meldungen, die es oft nicht bis in den überregionalen Mainstream schaffen. In diesen Tagen sind das Zehntausende von Sparverträgen, die Sparkassen kündigen, weil die EZB mit dem Ende der Zinsen ihre Erträge aufzehrt. Jetzt reichen sie das ganze Problem eben an die Kunden weiter.

Und was macht die politische Kaste daraus? Sie hängt dem, der die biblische Geldschwemme künstlich erschaffen und in Umlauf gebracht hat, durch den Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz aus. Das wird morgen geschehen. Doch schon gestern und heute leiden Sparer und Rentner - aber auch Millionen andere, die jetzt mangels Zinsen in teure und unsichere Anlagen investieren müssen - unter dieser unverantwortlichen Geldpolitik. Sie bläht ganz nebenbei eine ständig expandierende politische Kaste auf und pulverisiert die Ersparnisse der Menschen.

Aber noch immer steht auf dem Giebel des Reichstages: Dem Deutschen Volke.

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