WDR-Skandal - War da was?

Das Framing der Mainstream-Medien
geht munter weiter

von Markus Gärtner

  

Wer die Hoffnung hatte, dass der Video-Skandal des WDR etwas ändern würde im Medien-Mainstream, der sieht sich umgehend getäuscht. Es geht weiter wie bisher.

Verschiedene Publikationen äußern Unverständnis über den "Rückzieher" der größten ARD-Anstalt. Die neue SPD Co-Vorsitzende Saskia Esken zeigt sich "sehr beunruhigt" darüber, dass die Verantwortlichen nicht dem Shitstorm standgehalten haben. Der Focus meint betonen zu müssen, dass "viele die Aufregung auch gar nicht verstehen". Hier wird geframt, was das Zeugt hält. Deutlich wird das vor allem heute an den Berichten zu der Demonstration, die aufgebrachte Zuschauer, Omas und andere Betroffene am Sonntag vor dem Funkhaus des WDR in Köln abhielten. Wechselweise wird von "Rechten" und "Rechtsextremen" berichtet, die vor dem Sendergebäude ihren Protest zu Protokoll gaben. Während viele Schlagzeilen eine "rechte" Veranstaltung suggerieren, geben die eigenen Texte der nachfolgenden Berichte in keiner Weise diese Darstellung wieder. Meist wird schon im Vorspann oder zu Beginn des Artikels zugegeben, dass es lediglich um oberflächliche Eindrücke geht, dass es "augenscheinlich" Rechte waren, dass "eine Gruppe" nur "höchstwahrscheinlich" der rechten "Szene zuzuordnen" sei. Und ob der Anmelder der Demonstration "dem rechten Spektrum" angehöre, "wisse man aber nicht".

Hier wird ganz klares, lupenreines Framing betrieben, so als hätte es diesen ganzen Skandal in den vergangenen Tagen nie gegeben. Die Botschaft, die von diesem Verhalten ausgeht, ist ebenso klar: Es geht im Medien-Mainstream weiter wie bisher. Indem die Demonstrationsteilnehmer, basierend auf schlichten Vermutungen und purem Augenschein nach "rechts" (was immer das genau sein soll) verortet werden, rückt man gleich den ganzen Protest gegen das schäbige Video in die rechte Ecke. Beim unbedarften und flüchtigen Zeitungsleser entsteht dann der gewollte, zumindest aber geduldete Eindruck, der komplette Proteststurm gegen das Video sei eine rechte Wut-Kampagne gewesen.

Diese offene Manipulation zeigt uns, dass eine mediale Umkehr weder erwogen noch geplant ist. Und das im Angesicht des größten Zuschauer-Sturms, an den sich dieses Land erinnern kann.

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