Vernichtungsansagen als Groschenware
in der politischen Auseinandersetzung

von Willy Wimmer

 

In aller Brutalität der politischen Auseinandersetzung läßt es sich die Süddeutsche Zeitung (Ausgabe 6. November 2019, Feuilleton, S. 9, 5. Spalte ) nicht nehmen, dem angeekelten Leser-Publikum zu verdeutlichen, was es bedeutet, auf die Glacéhandschuhe und das politische Selbstverständnis eines Landes verzichten zu können. Rechtzeitig vor dem Besuch des Trump-Vertrauten und amerikanischen Außenministers wird an der genannten Stelle ein Interview wiedergegeben.

Der weltbekannte und aus Deutschland stammende Regisseur, Herr Roland Emmerich, läßt sich dort mit folgender Aussage wiedergeben: „In Amerika sind die Republikaner die Nazis, das muss man so wirklich so sagen“.

Das läßt keinen Zweifel daran, gegen wen zur Verhinderung eines erneuten Aufkommens des Nationalsozialismus demnächst die „Feindstaaten-Klausel“ der Charta der Vereinten Nationen ihre zeitgerechte Anwendung finden muß. Gegen den amerikanischen Präsidenten Trump zu sein und stattdessen denen nachzutrauern, bei denen es nach globaler Überzeugung dann zu einem Krieg mit Rußland aller Wahrscheinlichkeit nach gekommen wäre, wenn diese Kräfte statt Präsident Trump die Wahl gewonnen hätten, ist kaum zu überbieten.

Im Sprachgebrauch des CDU-Generalsekretärs in diesen Tagen fällt einem dazu nur eines ein: „Irre“

Wenn es einen Gradmesser für die Ansicht transatlantischer Apologeten über die deutsch-amerikanischen Beziehungen in dieser Zeit geben könnte, dann kann man das in der Bereitschaft der genannten Tageszeitung finden, einen derartigen Satz überhaupt abzudrucken.

Derartige Vernichtungsansagen galten in der Vergangenheit den tatsächlich oder zufällig ausgewählten Feinden der Vereinigten Staaten. Heute werden sie zur Groschenware in der innenpolitischen Auseinandersetzung, vornehmlich durch diejenigen, die die verfassungsmäßige Ordnung außer Kraft setzen. Um ihr schändliches Werk fortsetzen zu können und jegliche bürgerschaftliche Opposition mundtot machen zu können, wird jeder Gegner dieser „Putsch-Politik“ flächendeckend als „Nazi“ beschimpft, um sich anschließend über „Hass“ in den Medien regierungamtlich echauffieren zu können.

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