"Verschwörungstheorie" -
Die Karriere eines Kampfbegriffs

Neues VIDEO in unserem Youtube-Kanal

Gespräch mit Max Otte
zu seinem neuen Buch "Weltsystemcrash"

von Markus Gärtner

 

Die Medien im Mainstream plakatieren unliebsame Thesen, die nicht ins Narrativ passen, gerne als Verschwörungstheorien. "Damit packt man etwas in eine Schublade und weg ist es", erklärt Max Otte in einem Gespräch über sein neues Buch "Weltsystemcrash".

So eine "Verschwörungstheorie" waren bis 2016 angeblich die Nachrichten über No-go-Zonen in Deutschland. Doch inzwischen sind die Gefahrenzonen, in denen Clans herrschen und Polizisten nicht gerne patrouillieren, völlig unbestritten und ein nachrichtlicher Allgemeinplatz. Die Realität hat in den vergangenen Jahren oft den Hau-drauf-und-mach-Schluss-Kampfbegriff "Verschwörungstheorie" Lügen gestraft.

 

Trotzdem reiten die Mainstream-Medien gerne auf ihm herum. Er wird erstaunlich schnell verwendet, auch in den Talkshows, sagt Max Otte. Und das aus gutem Grund: der Deutungs-Adel bei uns im Land benutzt diesen Diffamierungsbegriff gerne, um die Gedanken von Andersdenkenden zu framen und kritische Menschen zu zwingen, dass sie sich sofort entschuldigen, wenn sie beim Denken den vorgegebenen Rahmen verlassen, so nach dem Motto: "ich will ja keine Verschwörungstheorien verbreiten, aber ...". Dieser Mechanismus wird bewusst in Gang gesetzt, um den Meinungskorridor zu verengen, politische Gegner schlecht zu machen und unliebsame Meinungen oder Thesen kaltzustellen.

So las man am 29. September in der Badische Zeitung: "Nicht nur alte weiße Männer glauben an Verschwörungstheorien, Alter, Bildung oder Einkommen schützen nicht vor wirren Ansichten".

Kampfbegriff für die Verengung des Meinungskorridors

Um Verschwörungstheorien geht es in diesem VIDEO mit einem weiteren Gespräch, das ich mit Max Otte zu seinem neuen Buch "Weltsystemcrash" geführt habe. Geprägt hat den Begriff 1967 die CIA. Sie wies ihre Auslandsstellen damals an, möglichst oft von einer Verschwörungstheorie zu sprechen, um Gegner der offiziellen Version des Kennedy-Mordes zu diskreditieren. Es geht dabei um ein übergreifendes Thema, das im Kapitel 6 von "Weltsystemcrash" behandelt wird: den Populismus. Er ist nicht Ursache, sondern Folge des Systemversagens. Eines der Mittel, mit denen versucht wird, Populismus einzudämmen, ist das Deklarieren bestimmter Deutungen, Beobachtungen oder Vermutungen als Verschwörungstheorie. Damit werden diese diskreditiert und eine Sprach- und Denkbereinigung angestrebt.

 

Abonnieren Sie unser Politikmagazin "PI POlitik Spezial"

Starke Meinungen, unabhängige Autoren, KEIN Mainstream

Wer jetzt abonniert, bekommt kostenfrei das neue Buch von Max Otte dazu

Sie sparen im ersten Jahr rund 80%