Wie die Linken Weihnachten stehlen

von Markus Gärtner

 

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns auffallend viele Mainstream-Publikationen 2018 Weihnachten madig machen wollen. „Sind Weihnachtsmärkte besinnlicher Kommerz?“, fragen Blätter der Mediengruppe Straubinger Tagblatt. Die Frage wäre im katholisch geprägten Bayern keine Überraschung, wenn es nicht so viele weitere Beispiele gäbe. An anderer Stelle lesen wir über eine Umfrage zum „Streitthema Weihnachtsmarkt.“ Die Süddeutsche, die zu jenen Zeitungen gehört, die uns zuverlässig nach jedem Terroranschlag eintrichtern, wir sollten uns doch unsere Lebensweise nicht von ein paar Terroristen beeinträchtigen oder gar zerstören lassen, erklärte am 12. Dezember ihren Lesen an prominenter Stelle, „Warum gerade Weihnachtsmärkte Anschlagsziele sind.“ Im Klartext: Nun sind die Terroristen halt da!

Mehr noch: Beim Handelsblatt haben die Redakteure recherchiert, dass Terror-Versicherungen für Weihnachtsmärkte gefragt“ sind. In der Münsterschen Zeitung wird berichtet, dass es in den Weihnachtsbuden „rumort.“ Und die Süddeutsche (schon wieder) ergötzt sich unter der Schlagzeile „Weihnachten kaputt“ an einer Komödie in Ingolstadt, die beschreibt, welche familiären „Katastrophen“ das Fest der Liebe und Besinnlichkeit auslöst. In der Komödie werden ein Hund gemeuchelt und das Wohnzimmer - der Ort, an dem seit jeher die festlich geschmückten Weihnachtsbäume mit den Geschenken stehen -, als „Nukleus des Irrsinns“ geschildert. Das beherrschende Thema der Schilderungen bleibt im Blätterwald der Mainstream-Medien jedoch, wie die Weihnachtsmärkte vor weiteren Terroranschlägen aufwendig geschützt werden müssen.

Es geht um die Auflösung unserer Koordinaten

Warum wird das so beschrieben? Warum erscheint Weihnachten in vielen Zeitungen und Gazetten nun immer öfter als Problem denn als das traditionell wichtigste Fest im christlichen Kalender? Die Antwort ist viel einfacher als es zunächst erscheint. Weihnachten ist wegen der Geburt Jesu das wichtigste christliche Fest. An der Auflösung dieser zentralen Institution – genauso wie an der Zerstörung des Nationalstaates, der dem großen multi-ethnischen Gesellschaftsexperiment im Wege steht – arbeiten linke Politiker von den SED-Nachfolgern bis hinein in die CDU gerade.


Testen Sie unser Newsletter

 


"Egal woran Sie glauben"

Das beste Beispiel, das sich dazu aktuell finden lässt, ist eine Weihnachtskarte von Integrationsministerin Annette Widmann-Mauz, die den Adressaten eine besinnliche Zeit wünscht, „Egal woran Sie glauben.“ (!) Vielleicht an das Kreuz, an Jesus Christus? Die Karte wird in dieser Woche zum Sinnbild des Relativismus und der Aufweichung sämtlicher rechtlicher, moralischer und politischer Koordinaten durch das von Angela Merkel dominierte linke Parteienkartell in Berlin. Dieser Kaste geht es darum, unseren politischen und moralischen Kompass von seinen navigatorischen Funktionen zu befreien. Alle Himmelsrichtungen wurden auf nur noch zwei Orientierungsmarken reduziert: Die Guten und die Bösen, die moralisch Erhabenen und die Dunkeldeutschen, die Progressiven, Weltoffenen und die „Modernisierungsverlierer“ sowie jene, die dazugehören und jene, die man ausgrenzen und digital eliminieren muss, die man so einschüchtern muss, dass „sie sich nicht einmal mehr zum Bäcker trauen.“

Die Bande zertrennen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten

Im politischen Kartell in Berlin und seinen Hofberichterstattern in den etablierten Medien nimmt man Institutionen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten – von der Familie bis hin zum Nationalstaat mit seinen Grenzen und Gesetzen – zunehmend als repressiv und aus der Mode gekommen wahr – und arbeitet daran, sie aufzuweichen oder abzuschaffen. Das geht bis hinein in die Union und auch in die SPD, für die Anfang des vergangenen Jahrzehnts Olaf Scholz – heute Finanzminister und Vizekanzler, damals Generalsekretär der SPD – in einem Interview zu Protokoll gab, man wolle die Lufthoheit über den Kinderbetten erringen. Dieses Denken findet sich heute in Kita-Plänen der GroKo und in diversen Broschüren wieder, in denen mit Grußworten von Bundesministern das Observieren von Kindern nahegelegt wird, um „rechte Eltern“ aufzuspüren.

Ein ganzes Land abzuschaffen und zuvor seine ehernen Traditionen, Institutionen und Werte zu schleifen, ist ein langwieriger, kulturmarxistischer Prozess, für den die Toleranten, die sich gerne so weltoffen und progressiv geben, ungewöhnlich viel Geduld aufbringen. – Zuerst macht man die Weihnachtsbäume madig, dann die Märkte und die übrigen Traditionen, schließlich alle anderen Bande der Gesellschaft, von der Familie bis hin zum Nationalstaat. Die Kulturmarxisten arbeiten an diesem Projekt schon seit 50 Jahren. Für weitere 50 haben sie auch noch Zeit. - Aber nur, wenn wir sie gewähren lassen.

Schauen Sie auch in unserem neuen Videokanal vorbei